Sudety MTB Callenge - das beste kommt zum Schluss

Leider war es in den letzten Tagen nicht so richtig möglich meine Rennberichte online zu bekommen. 
Zum Einen, weil es nach dem Rennen einiges nachzubereiten gibt und man zum Anderen am Nachmittag und Abend noch mit den Leuten, die meist aus zahlreichen anderen Ländern angereist sind, zusammen sitzt, um zu quatschen und Erfahrungen auszutauschen.
Trotzdem habe ich jeden Tag die Zeit gefunden einen Bericht zu schreiben und heute gibt es quasi das Update der letzten Tage -- Viel Spaß...



2. Etappe

Um es gleich vorweg zu nehmen, heute war mal absolut nicht mein Tag!
Anfangs lief es noch super, Robby, Dariusz und ich waren vorn und ich hatte kein Problem das Tempo mit zu gehen.

Das Problem kam erst, als diese - ich weiß nicht recht wie ich's beschreiben soll - eigentlich ne 20 km lange Singletrailpassage - zu bewältigen war. 
Diese war vollgepackt mit abartig steilen Rampen und Wurzelanstiegen. Wenn das Gelände mal flach war, gab es jede Menge Wurzeln und Steinteppiche aus faustgroßen Steinen zu überwinden. Unterbrochen wurde das ganze immer wieder durch steile Abfahrten gespickt mit allem was ich vorher schon beschrieben hatte, dazu kamen noch ausgewaschene Rinnen und loses Geröll. 
Einige schöne Abschnitte gab es allerdings auch, zum Beispiel wenn sich die Strecke durch die endlosen Heidelbeersträucher schlängelte oder man mal bergab was mit n bisl flow runterballern konnte. 
Trotzdem, es war das anspruchsvollste, was ich bisher unter die Stollen bekommen habe und ich war danach so im Eimer, quasi stehend ko.

Nachdem diese Passage überwunden war, versuchte erstmal wieder sowas wie nen Rhytmus zu finden, was mir allerdings sehr schwer fiel, da meine Konkurrenten bereits weit weg waren und mich auch im weiteren Verlauf noch n paar Fahrer - vorwiegend auf Fullys unterwegs - überholten und ich somit etwas mit meiner Moral zu kämpfen hatte.
Langsam kam ich aber wieder in schwung und fühlte mich etwas besser. 
Da das Streckenprofil noch n paar Anstiege bereit hielt, war ich mir sicher noch etwas Boden gut machen zu können. 
Blöd nur, wenn dann der Steffen n Wegweiser übersieht und erstmal 3 km in die falsche Richtung n Forstweg runterballert. Als auf nem leicht schlammigen Weg keine MTB-Spuren mehr zu sehen waren wurde ich stutzig und drehte um. Am Ende fuhr ich dann auf Carsten Löser, der ebenfalls aus Dresden kommt, auf und von da an ging es irgendwie wieder - komisch, was es manchmal ausmacht n bekanntes Gesicht zu sehen und n paar Worte wechseln zu können...
Der Druck war also wieder da - wo auch immer der zwischendurch gesteckt hat - und ich konnte zum Schluss wieder ordentlich die Anstiege hochknallen und noch n paar Leute kassieren. Vorm Ziel kam dann - wie sollte es anders sein - noch nen krass schneller, technischer Downhill, auf dem ich mich fast noch abgelegt hätte. Erst, weil mein Vorderrad auf dem losen Geröll nicht in die Linie wollte, die zu fahren ich entschieden hatte und dann an nem Drop, der völlig überraschend noch ganz unten lauerte, an dem man nur noch instinktiv das Vorderrad hochziehen konnte um nicht brutal auf die Nase zu fallen.

Ne halbe Stunde verloren und damit ziemlich sicher keine Chance mehr was in der Gesamtwertung zu reißen, das ist das Resultat des heutigen Tages. Sei es drum, vielleicht schaffe ich es ja noch n Etappensieg ein zu fahren - die Form dazu hab ich, mal sehen was mich auf den verbleibenden drei Etappen noch erwartet.

3. Etappe

Heute Morgen hatte ich mal absolut überhaupt keinen Bock auf Radrennen! Die Beine fühlten sich total mies an und ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wie ich ins Ziel kommen sollte. Ich fuhr mich ziemlich lustlos warm und wartete darauf, das es endlich los geht.

Komischerweise konnte ich wieder wie gewohnt vorne mitfahren, auch wenn - ok das ist jetzt nicht wirklich was neues - ich am ersten Berg etwas um den Anschluss kämpfen musste. Auf den flachen Stücken hielt ich mich hinten in der Gruppe auf um so viel wie möglich Kraft zu sparen, denn eins war klar: - wenn ich jetzt schon mal hier vorn bin, dann muss ich auf jeden Fall versuchen zu gewinnen - !

Ein Hauptkonkurrent verabschiedete sich, als es kurz nach der ersten Verpflegung Dariusz Hinterrad zerlegte, indem mit nem lauten Krachen zwei - drei Speichen brachen. 
Robby fuhr am gleich folgenden Anstieg irgendwie langsamer als gewöhnlich. Also versuchte ich mal mein Glück und konnte n paar Meter zwischen mich und ihn legen. 
Ok, das war der einfache Teil, jetzt musste ich den Vorsprung möglichst schnell vergrößern und dann halten. 
Die flachen Drückerberge, die man mit hoher Geschwindigkeit hochdrücken konnte halfen mir dabei. 
Es folgten wieder einige ziemlich unrhythmische Kilometer allerdings nicht so krass wie gestern und auch die Abfahrten waren zwar zum Teil schon anspruchsvoll, aber die Sturzgefahr war ebenfalls erheblich geringer, sodass man ohne zu viel Risiko eingehen zu müssen relativ schnell runter fahren konnte. 
Mit odentlich Druck und Moral konnte ich meinen Vorsprung kontinuierlich ausbauen. 
Auch die steilste Steigung der Veranstaltung, ne Schiebepassage mit irgendwas um die 30% war dann kein großes Hindernis und ich war mir ziemlich sicher, dass ich das Ding ins Ziel bringen würde. 

Blöd nur, das ich mir nach 32 km nen Platten eingefahren hab und der Cut in der Lauffläche so groß war, das die Milch nicht abdichten konnte. 
Ich schwöre ja auf meine Maxxis Reifen, und das dies in 3 bis 4 Jahren erst die 2. Panne ist, die ich mit nem Ikon hab, spricht glaub ich für sich! -- aber warum zum Teufel musste denn das ausgerechnet heute passieren???!!! 
Bis ich den 26er :-) Schlauch, den ich von nem anderen Fahrer bekam, reingefummelt hatte verging ne halbe Ewigkeit - und auch der hielt nur bis zum nächsten Downhill.
Zum Glück überließ mir noch ein anderer Fahrer einen (diesmal 29er) Schlauch der dann hielt.

An den Etappensieg war natürlich längst nicht mehr zu denken und ich beschloss locker ins Ziel zu fahren um Kraft für die beiden noch folgenden Etappen zu sparen.

Morgen steht dann die Königsetappe mit 90 km auf dem Programm. Keine Ahnung wie das werden wird - ich werd das ganze mal ruhig angehen, um nich am Ende einzugehen.

4. Etappe


Schon am Morgen, beim Warmfahren, hatte ich mit Robby und den anderen Belgiern besprochen, dass wir nicht zu schnell angehen um solange wie möglich ne größere Gruppe zu haben und dadurch auf den zahlreichen flachen Abschnitten den Windschatten etwas ausnutzen zu können um Kräfte zu sparen.
Dariusz hatte da ne andere "Taktik" - wenn man das so nennen kann. 
Er knallte mit einem Teamkollegen, der allerdings schon am ersten Anstieg sein Tempo nicht mehr mitgehen  konnte, raus und wollte das Ding von vorne gewinnen. 
Hinten fuhren wir, wie besprochen, unser Tempo.
Nur als sich Dariucz eingeholter Teamkollege vorm Feld breit machte, um das Tempo zu verschleppen, musste ich - weil etwas eingeklemmt - mal auf der Grasnabe nach vorn fahren und wieder zug in die Gruppe bringen. Irgendwie registrierte wohl kein anderer, was er da vor hat.

Grundlegend war der heutige Etappenverlauf ziemlich unspektakulär, viel Schotter und Asphalt, und zwischendurch mal n paar schlammige Forstwege, über die man brachial hinweg brettern musste, um den Anschluss zu halten - daher ist das Verhalten von Dariusz absolut nicht nachzuvollziehen. 
Bereits am zweiten Anstieg hatten wir ihn wieder vor uns, nahmen Tempo raus in der Absicht ihn quasi vorn "verhungern" zu lassen. 
Keine Ahnung warum, aber er fuhr dann ewig mit 50m Abstand vor uns her und verpulverte unnötig Energie, statt sich einfach in die Gruppe zurückfallen zu lassen. 
Auf nem trailigen Stück mit steilen Rampen platzten ihm dann - wie zu erwarten - die Beine.

Da sich auch die Gruppe in diesem Abschnitt aufgelöst hatte fuhr ich anschließend zusammen mit Robby und Helgi weiter dem Ziel entgegen. 
Bis zum letzten langen Anstieg blieben wir dann zusammen, da zwischendrin noch n langer, flacher Asphaltabschnitt zu absolvieren war, auf dem wir uns gut abwechseln konnten.

Am Fuße dieses Anstiegs erhöhte ich dann das Tempo, kam aber nicht so richtig weg. Allerdings - die Lücke war groß genug, dass es bis ins Ziel hätte reichen können. 
In der anschließenden Abfahrt bog ich dann - irritiert von einigen Wanderern, die mit ihren Regencapes aussahen wie Streckenposten - falsch ab, bemerkte meinen Irrtum jedoch sofort und drehte um. 
Mein kleiner Vorsprung war damit dahin und ich musste nochmal gas geben. 
Bis zur letzten Abfahrt hatte ich dann wieder einige Meter gut gemacht. Allerdings war diese eher ein Abgrund - mit großen Steinblöcken, die durch den nur wenige Minuten vorher einsetzenden Regen ziemlich schmierig waren. 
Mit dem Etappensieg im Hinterkopf war das mit der Konzentration, die man n solch einer Situation braucht, dann allerdings nicht so einfach. Ich fuhr einfach drauflos, ohne so richtig zu wissen was ich da gerade tue. 
Das ganze endete dann in einem Sturz - besser gesagt ging es ab über den Lenker wobei mir zum Glück nix weiter passierte. 
Ich beschloss dann kein weiteres Risiko ein zu gehen, schultere mein Rad und sprang wie eine Gämse von Stein zu Stein den Abhang hinunter bis ich wieder sicher fahrbares Terrain erreichte. 
Helgi war in der Zwischenzeit an mir vorbei gefahren und nicht mehr in Reichweite.

Da er in der Mixed-Kategorie mit seiner Frau gestartet war, die allerdings nach einem Sturz nicht weiter fahren konnte, wurde er nicht mit gewertet und ich hatte gewonnen, obwohl ich nicht als erster über die Ziellinie gefahren bin. 
Ehrlich gesagt finde ich das schon etwas unfair ihm gegenüber, aber die Regeln sind blöderweise so. 
Im Ziel war er aber trotzdem Happy und meinte noch, das es in der verblockten Abfahrt pures Glück war das er dort ohne selbst zu stürzen durchkam.

5. Etappe

folgt in Kürze.
Fahr jetzt erstmal nach Schöneck, wo morgen die DM im MTB-Enduro stattfindet.
Werd dort allerdings nicht selbst starten, sondern meinem Verein - dem Vogtland Bike .e.V - der das ganze ausrichtet als Helfer zur Verfügung stehen.

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